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Lebenswege Ein Fußabdruck für’s Leben
Ein Denkmal für Saint Germain?
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Lebenswege 800 steine für Eckernförde schaffen die Verbindung zwischen Eckernfördes Kindern, einer lebendigen stadt und einer „kleinen Ewigkeit“
Füße abdrucken
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Während seines irdischen Aufenthaltes hinterlässt jeder Mensch Spuren. Als einzelne oft nicht mehr rekapitulierbar, werden sie in ihrer Masse selbst bei harten Materialien wie etwa stein durchaus sichtbar. So reiben sich die stufen einer über Jahrzehnte benutzten Treppe in ihrer Mitte ab. Fast jeder ist schon einmal der Versuchung erlegen, mit seinem Fuß in frischen Beton oder Teer zu treten, um dort seine Spur zu hinterlassen. In Eckernförde kann jeder seine Spuren beobachten, die er hinterlässt, wenn er an den strand geht. Nackte Kinderfüße im städtischen Alltag auf hartem Pflaster neben Scherben oder Kot führen uns die Verletzbarkeit des Menschen eindrücklich vor Augen. Das Kind, der junge Mensch, als die Zukunft der Gesellschaft, verkörpert die Perspektiven der stadt, unseres Lebens. Bald schon bestimmt er unsere Kultur mit, ist Käufer, Wähler und Gestalter des sich erneuernden Lebens.
Michael Spenglers „denkwerk“ und dem Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus gelang es, die Kinder der stadt Eckernförde für das Projekt „Lebenswege“ zu gewinnen. Sie konnten ihre Fußabdrücke in ungebrannten Ziegelsteinen hinterlassen. Diese Ziegelsteine wurden anschließend gebrannt und sollen in die Pflasterung der stadt eingepasst werden. Ihre Vornamen wurden mit in den Ziegelstein hineingedrückt, wie damals die Ziegeleien ihre Embleme auf den lederharten Rohling gesetzt haben. So werden sie sich wieder finden, in ihrer stadt, aber auch andere Kinder, in vielen Jahren, mit gleichem Vornamen, Touristen vielleicht, werden staunen…
In einigen Monaten, wenn die Kinder erneut ihre nackten Füße in ihren Abdruck stellen, werden sie Veränderungen feststellen. Die Fußspuren werden die stadt erkunden, von der Kirche und vom Rathaus ausgehend beschreiben sie ihre Wege. Sie enden vor den Toren des Friedhofes am Mühlenberg und nehmen so einen Weg, den jeder von uns irgendwann einmal gehen muss.

 
steine und Lebenssinn


800 steine mit Fußspuren der Kinder dieser stadt sollen vom Rathaus und der Nicolaikirche aus bis zum Mühlenbergfriedhof führen. 800 Wegzeichen, die die zum Nachsinnen, zur Neugier und zur Erkundung des Umfelds einladen. 800 Fragezeichen und auch kleine Denkmäler, die der schönen Osteestadt unauffällig und diskret doch einen deutlichen stempel aufdrücken. Während die portraitierten Kinderfüße wachsen werden, verbinden die Ziegelsteine das Vergängliche mit dem Beständigen.

Nicht nur den Kindern setzt der Künstler Spengler ein Denkmal, auch die Bürger, die Geschäftsleute und die mit Eckernförde verbundenen Besucher können Anteil an einem „kleinen stück Ewigkeit“ erlangen. Um die vielen steine fachgerecht in die Gehwege zu installieren, braucht es noch Mithelfer, die mit wenigen Euros ideelle Anteilseigner an dem künstlerischen Bürgerprojekt werden können.

Während die steine schon fertig gebrannt auf ihren eintritt in die Wege der stadt warten und rechtliche Hemmnisse bereits beseitigt sind, braucht es noch Menschen, die die Patenschaft für die steine übernehmen. Bereits für 10 Euro kann ein stein verlegt werden. Aufgerufen sind alle, die sich mit diesem Kunstprojekt, mit den Kindern und einer lebendigen stadt verbinden können.

Lebenswege mitgestalten
Lebendig

Michael Spenglers denkwerk möchte die Spuren, die jeder Mensch ins Flüchtige setzt und gesetzt hat, sichtbar machen, weil jeder Mensch wichtig ist und sich die Welt anders drehen würde, hätte es ihn nicht gegeben. Zu unserem Leben gehört auch der Tod, an den wir uns ab und an erinnern sollten, damit wir den Kern aller Dinge besser begreifen und den Sinn, den wir im Leben suchen, nicht völlig aus den Augen verlieren. Auch unsere Kinder, die wir schützen müssen, weil sie verletzlich sind (weil ihre Füße ohne Hornhaut sind oder das Leder der Erfahrung) sind unsere Ewigkeit.

   

 

Schleswig-Holsteinisches Künstlerhaus e.V. , Sparkasse Eckernförde, BLZ 210 520 90, Kontonummer 18747, stichwort „Lebenswege“, Spendenquittung ist möglich
Ansprechparnter:
Sven Wlassack (04351 - 710- 170) Marianne Tralau, st. Nicolai-str. 7, (04351- 726 404); Michael Spengler, Büro: denkwerk; bildhauerei und steinrestaurierung; fon und fax: 030/4499710; mobil: 0160/7910717

Internet: www.otte1.de  (S-H Künstlerhaus); www.denkwerk-berlin.de
fast alle Fotos von fognin

Michael Spengler im Internet:
Abdruck des Augenblicks
Ausstellungseröffnung "Der stand der Gezeiten"
im Nationalparkamt

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